Partizipation

 

Partizipation ist für mich seit vielen Jahren ein Herzensthema – sei es in Unternehmen, in formalen und non-formalen Bildungsbereichen, in Kommunen. Grundsteine dafür wurden in der Jugendverbandsarbeit gelegt, in der ich hautnah erleben durfte, was gelebte Mitbestimmung bedeutet. Seitdem begleitet mich dieses Thema in unterschiedlichsten Kontexten. Und umgekehrt begleite ich Menschen in unterschiedlichsten Kontexten in diesem Thema.

Partizipation ist im ersten Schritt eine Frage der Haltung und erst im zweiten eine der Methode. Ernstgemeinte Beteiligung setzt zunächst eine Auseinandersetzung mit der eigenen Person voraus. Partizipation bedeutet, die eigene vorhandene Macht abzugeben oder sie mit anderen zu teilen. Das Bewusstsein dieses grundlegenden Zusammenhangs halte ich für essentiell, um Alibipartizipation entgegenzuwirken.

Meine Grundüberzeugung ist, dass jeder Mensch das Recht dazu hat, bei allen Entscheidungen Teil zu haben, die sich auf sein eigenes Leben auswirken. Auch gehe ich davon aus, dass alle Menschen dazu in der Lage sind Entscheidungen zu treffen. Jemandem aufgrund von Alter, Geschlecht, körperlichen und mentalen Fähigkeiten, seiner Herkunft oder aus ähnlichen anderen Gründen die eigene Entscheidungskompetenz abzusprechen, widerspricht meinem demokratischen Verständnis. Viel mehr sehe ich alle Beteiligten in der Verantwortung, vorhandene Hindernisse zu beseitigen.

Trotzdem ist es unstrittig, dass es Grenzen in der Partizipation gibt, beispielsweise, wenn die seelische oder körperliche Unversehrtheit von Beteiligten gefährdet scheint. Auch bleibt eine Leitung immer in der Verantwortung und darf Macht nur teilen, wenn sie Entscheidungen im Anschluss tragen kann und möchte. Schränkt man Entscheidungsfreiräume ein, muss dies gut begründet werden und transparent sein.

Wie bereits geschrieben, ist Partizipation eine Haltung – dies bedeutet, dass gelebte Partizipation im Alltag spürbar wird und nicht unbedingt nach außergewöhnlichen Projekten ruft. Es handelt sich um einen ständigen Prozess, in dem es darum geht, die zwischenmenschlichen Strukturen und Gewohnheiten zu reflektieren und eigene Lebensansichten zu hinterfragen.

Nach vielen intensiven Jahren mit diesem Thema kann ich alle nur dazu ermutigen, sich mit Partizipation zu beschäftigen und die Gedanken in die Welt hinauszutragen. Schließlich ist Teilhabe Grundlage unserer demokratischen Gesellschaft.

Mein großes Interesse am Thema Partizipation hat in der KjG, einem Kinder- und Jugendverband, begonnen. Über die Jahre hinweg hat es sich vom Ehrenamt ausgeweitet auf mein Studium und letztlich auch auf meine beruflichen Wege. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Tätigkeiten der letzten Jahre:

  • 2014 bis dato: Freie Autorin beim Cornelsen-Verlag;
    • “Partizipation in der Grundschule” (2019)
    • “Frühpädagogische Konzepte praktisch umgesetzt: Partizipation in der Kita” ( 1. Auflage 2016, 2. Auflage 2017, 3. Auflage 2019)
  • 2010 bis dato: Freiberufliche Referentin für Partizipation bei Seminaren, Kongressen und Tagungen
  • 2012 – 2015 Leitung eines Kinderhauses mit privater Grundschule und Kita
    •   Pädagogische Konzeption des Kinderhauses, bei der Partizipation Kernelement ist, d.h. Kinder wachsen vom Krippenalter an in einer partizipatorischen Umgebung auf, in der Mitbestimmung strukturell fest verankert ist. In der Grundschule lernen die Jahrgänge 1-4 gemeinsam, wobei sich Lerninhalte nach den Interessen der Kinder richten, Lern- und Sozialformen von den Kindern selbst gewählt werden und der Fokus darauf liegt, individuelle Stärken zu fördern.
    • Expertin des Trägers für Kinderpartizipation, d.h. konzeptionelle Arbeit für Kita und Schule, Verantwortlichkeit für den Kitastar 2013 “Mitbestimmen, mitgestalten!” sowie Halten von Vorträge über Partizipation intern sowie extern
  • Wissenschaftliche Vertiefung von Partizipation während des Studiums
    • 2012 Masterthesis zum Thema “Kinderpartizipation und Macht – Eine empirische Untersuchung zu subjektiven Theorien von Erziehenden in
      Kindertagesstätten.”
    • 2010 Zulassungsarbeit zum Thema “Theorie und Praxis von Kinderpartizipation im Bereich der Grundschule”
  • Kinder- und Jugendverbandsarbeit in der KjG
    • 2008 – 2011 Gewählte Diözesanleitung mit Hauptverantwortung für den Bereich Kindermitbestimmung auf Pfarrei, Dekanats- und Diözesanebene
    • Projektleitung für den bundesweiten politischen Kinder- und Jugendgipfel “LautStark!” 2010
    • Mitarbeit beim Kinderkongress des KjG-Diözesanverbandes Freiburg 2008

Bei meinem Weiterbildungsangebot werden Sie nicht davon verschont bleiben, Ihre Haltung in den Blick zu nehmen. Das reine Erlernen von partizipativen Methoden reicht meiner Ansicht nach nicht aus, um ernsthafte Beteiligung zu ermöglichen. Haben wir diese Grundlage geschaffen, geht es aber selbstverständlich auch darum, dass Teilhabe in Ihrem praktischen Berufsalltag zum Tragen kommt.

  • Gerne gestalte ich Konzeptionstage, mehrstündige Workshops oder begleite Sie über einen längeren Zeitraum hinweg. Am sinnvollsten erachte ich es, mit Ihnen in einem mehrschrittigen Prozess zunächst eine Arbeitsbasis aufzubauen, d.h. für ein gemeinsames Verständnis von Partizipation zu sorgen, Ziele zu entwickeln und diese dann sukzessive zu verwirklichen. Hierzu biete ich an, Sie in Ihrer Berufspraxis zu begleiten, miteinander zu reflektieren, Feedback zu geben und Sie als neutrale Person darin zu coachen, Ihre Visionen umzusetzen.
  • Mögliche Inhalte:
    • Allgemeine Grundlagen von Partizipation: Allgemeine sowie Ihre eigene Begriffsdefinition
    • Der Zusammenhang von Partizipation und Macht
    • Partizipation als Haltung; Allgemeine pädagogische Haltung; Gründe für einen partizipativen Umgang miteinander
    • Analyse der bisherigen Partizipationspraxis
    • Visionen entwickeln für eine zukünftige Partizipationspraxis
    • Erstellen eines konkreten Handlungskonzeptes
    • Qualitätssicherung von Partizipation
    • Entwickeln einer Konzeption für pädagogische Einrichtungen, in der Partizipation verankert wird
    • Rechtliche Grundlagen von Partizipation von Kindern und Jugendlichen
    • Best-Practice-Beispiele, z.B. aus Unternehmen, Kita, Schule, Kinder- und Jugendverbänden, Mitarbeitendenvertretungen
  • Mögliche Zielgruppen: Leitungen, Mitarbeitende und Ehrenamtliche in Unternehmen, non-formalen und formalen Bildungseinrichtungen oder in Jugendverbänden